Musikmesse 2015 – Ein Fazit

Am gestrigen Donnerstag waren wir mit einem kleinen Team auf der Musikmesse in Frankfurt unterwegs und haben wieder einmal festgestellt, dass ein Messetag viel zu wenig ist, um sich alles anzuschauen.

Da ich ja als rasender Reporter live über ausgewählte Neuerscheinungen berichten wollte, musste ich ziemlich zügig voranschreiten. In den sechs Stunden auf der Messe bin ich aber nur dazu gekommen, mich bei den Drums und Percussion, sowie den Gitarren umzuschauen. Den geplanten Besuch im DJ und Recording Bereich musste ich mir leider schenken – vielleicht nächstes Jahr. Die Bilder meines Messebesuchs könnt ihr auf unserer Facebook Seite ansehen.

Auch an Händlertagen ist schon ziemlich viel los und der bekannte Musikmessen-Lärmpegel empfängt einen direkt nach dem Eingang. Also rein ins Getümmel und die Neuigkeiten gecheckt. Vieles war ja auf der NAMM Show im Januar schon präsentiert worden(wir berichteten) und darunter waren auch mehr Upgrades oder Reboots als wirkliche Neuerscheinungen. Was als neu auffiel, war das Fehlen einiger großer Player wie z.B. Fender oder Shure, die momentan alternative Wege gehen oder andere Messen als wichtiger ansehen. Auf der anderen Seite standen selbstbewusste Auftritte von Firmen wie Orange, Hughes & Kettner oder Gibson, die eindrucksvoll bewiesen, dass sie zu den absoluten Größen ihrer Branche gehören. Hughes&Kettner war indirekt sogar sehr oft vertreten, weil ihre Tubemeister Amp Serie an vielen Ständen zur Präsentation verwendet wurde. Man kann ja auch ohne zu übertreiben behaupten, dass deutsche Amphersteller wie eben Hughes&Kettner oder auch Engl weltweit ganz vorn dabei sind – besonders aus entwicklungstechnischer Hinsicht.

Da dies mein erster Messebesuch nach Jahren war, fiel mir besonders die gesteigerte Präsenz chinesischer Firmen auf. Diese Messestände fristeten aber ein eher einsames Dasein. Meist waren sie eingerichtet wie Zahnarztpraxen und das grimmig auf ihre Smartphones starrende Personal tat ihr übriges, um Besucher fernzuhalten. Auch scheinen Messen in Fernost etwas anders abzulaufen: oft fehlten Möglichkeiten Instrumente überhaupt richtig antesten zu können(kein Verstärker) oder die Stände waren so eng gebaut, dass man kaum an etwas richtig nah heran kam. Aber um es vorsichtig zu formulieren, es gab auch nicht so viel Interessantes zu bestaunen, man beschränkt sich meist auf Nachbauten bekannter Produkte zu günstigen Preisen. Hier herrscht noch viel Nachholbedarf und man könnte sich ruhig an Messeständen wie z.B. dem von Gibson, Ibanez oder Drum Tec orientieren, die wirklich viele Teststationen aufgebaut haben, um möglichst vielen Besuchern das Ausprobieren zu ermöglichen.

Nach 6 Stunden waren die Sohlen fast durchgelaufen und man zog das Give Away Fazit. Ausbeute: Mager! Ein paar Kulis, zwei Plektren, Teilnahmen an Gewinnspielen und ansonsten Werbepamphlete. Die Jahre wo man mit Drumsticks, vielen Plektren und anderen knuffigen Werbegeschenken vom Platz ging, sind definitiv vorbei. Nichtsdestotrotz ist es natürlich immer wieder schön, sich einem Tag den Produkten, die die eigene Leidenschaft beflügeln, hinzugeben und auch viele Sachen auszuprobieren, die das eigene Budget weit übersteigen oder die man als unvernünftige Ausgabe einstufen würde. Ein gelungener, wenn auch anstrengender Tag und eine klare Empfehlung für Musiker, Produzenten und Techniker diese Woche nach Frankfurt zu fahren, zu probieren, interessante Gespräche zu führen und sich mit neuen Anschaffungsträumen auszustatten.

Noch ein Hinweis: Wer mit dem Gedanken spielt, sich mit der musikmesse App den Besuch organisierter zu gestalten – den Zahn kann ich ziehen. Bis vor zwei Tagen funktionierte die App einigermaßen, regelmäßige Abstürze bei Suchvorgängen ausgenommen. Jedoch am Messetag ging gar nichts mehr und meine zusammengestellte Favoritenliste, sowie das Aufrufen des Hallenplans waren schlichtweg nicht möglich und wurden seitens der App hartnäckig mit Abstürzen quittiert. Also: physischen Hallenplan mitnehmen und wichtige Standorte selber notieren, um frustfrei durch den Messealltag zu kommen.

Viel Spaß!

#musikhauskorn, #musikmesse

Musikmesse nik huber

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